der rote salon

Totenbraut

Autorin: Nina Blazon

Deutsche Ausgabe:
Autor: Nina Blazon
Verlag: Ravensburger
Jahr: 2009
Seiten: 432
ISBN: 3473353043
Verfügbarkeit: normal
Preis: 16,95 €

Inhalt:
Serbien in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts: Die vierzehnjährige Jasna und ihre sechs Schwestern führen ein hartes Leben. Seit dem Tod ihrer Mutter schlagen sie allein mit ihrem lieblosen Vater durch, bedroht von Armut und den Räuberbanden, die die Wege unsicher machen.
Eines Abends klopft ein Besucher an die Tür der Familie. Es ist ein reicher Kaufmann, der ein Lager für die Nacht sucht. Und nicht nur das, wie sich herausstellt, denn eine der Schwestern soll als Frau für seinen Sohn Danilo mit ihm kommen.
Es ist ausgerechnet Jasna, die dieses Los trifft. Nur widerwillig akzeptiert sie ihr Schicksal, doch was sie erwartet, übersteigt ihre schlimmsten Erwartungen: Zwar ist Danilo kein grausamer Ehemann, aber auf seiner Familie scheint ein Fluch zu liegen. Es geschehen unheimliche Dinge auf dem Gut. Jasna plagen böse Träume, und als sie die blutenden Wunden am Hals ihres Pferdes bemerkt, beginnt sie wie die Dorfbewohner daran zu glauben, dass tatsächlich ein Vampir sein Unwesen treibt. Immer tiefer verstrickt Jasna sich in die Geheimnisse der Familie ihres Ehemannes. Der einzige, der ihr dabei Halt gibt ist der Holzfäller Dusan. Doch kann sie ihm wirklich trauen? Denn auch er scheint ein dunkles Geheimnis zu haben...

Kommentar:
"Totenbraut" sticht angenehm aus der momentanen Schwemme von Vampirromanen für jugendliche Mädchen heraus. Und das nicht nur wegen des wirklich großartigen Covers, sondern auch weil es qualitativ deutlich über dem Durchschnitt liegt.

Zuerst liest sich dieses Buch einfach extrem gut. Nina Blazon kann definitiv schreiben. Ihr Stil ist angenehm schlicht, liest sich sehr flüssig und es gelingt ihr, anders als vielen anderen Autoren, bei dieser Thematik sprachlich nicht ins reißerische Groschenromanniveau abzudriften.
Dem Roman liegen offensichtlich relativ umfangreiche Recherchen zugrunde, denn er beruht auf wahren Begebenheiten, die von der Autorin aufgegriffen und ihren Zwecken angepasst wurden. In einem Nachwort und auf Nina Blazons Homepage kann man diese Hintergründe nachlesen.

Auch inhaltlich kann der Roman überzeugen. Jasna ist eine starke weibliche Heldin. Keine, die uns die Autorin nur als stark verkaufen will wie es leider so oft der Fall ist , sondern eine, die wirklich für sich einstehen kann. Das macht es leicht, ihre Erlebnisse mit Spannung zu verfolgen. Zwar hat der Roman tatsächlich keine größeren Durchhänger, für meinen Geschmack hätte er aber etwas kürzer sein können. Zu oft werden Jasna falsche Fährten gelegt, was es am Ende etwas schwierig macht, auseinander zu sortieren, was nun Wahrheit und was Lüge ist.
Natürlich darf so einem Buch eine Liebegeschichte nicht fehlen. Aber, wie man sich schon nach der Inhaltsangabe denken konnte, man darf keinen Vampirliebesroman im Stile einer Stephenie Meyer erwarten. Das hier ist am ehesten ein historischer Roman mit einer Prise Schauer und einer Portion osteuropäischen Vampirglaubens. Die Romanze ist aber wirklich schön und hat mich mehrmals zum Lächeln gebracht.

"Totenbraut" ist das erste Buch dieser Autorin, das mir wirklich gefällt. Ich habe es schon einige Male mit einem ihrer Jugendromane versucht und war immer nach kürzester Zeit gelangweilt (obwohl sie gut schreibt und interessante Ideen hat). Hier war es etwas anders. "Totenbraut" ist ein richtig schöner Schmöker, den ich in kürzester Zeit verschlungen habe. Und auch wenn letzten Endes der entscheidende Funke, der ein Buch bei mir zum Lieblingsbuch macht, nicht übergesprungen ist, bleibt es dennoch ein wirklich gutes Buch.
Wer sich für historische Settings begeistern kann und nicht unbedingt den überirdisch schönen Vampirliebhaber in seiner Lektüre haben muss, kann den Griff zu diesem Jugendbuch auf jeden Fall wagen.

Wertung:

rezensiert von Pandora (09/2009)



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