der rote salon


Freeze



Episoden: 5
Episodenlänge: ca. 60 min
Staffel: 1 (abgeschlossen)
Herkunftsland: Korea
Jahr: 2006
Sprache: koreanisch
Untertitel: englisch
Preis: ca. 40,00

Inhalt:
Die Geschichte spielt im heutigen Seoul. Die Vampire Ihwa (Tae Young Son) und Jung Won (Seo Jin Lee) betreiben ein kleines Weinlokal und erhalten sich mit Blutkonserven am Leben.
Als eine Mordserie beginnt bei der den Opfern sämtliches Blut entnommen wird, werden Gerüchte über Vampire laut. Für Ihwa wird es immer schwieriger Blut für ihr Überleben zu organisieren, ohne die Aufmerksamkeit auf sich und Jung Won zu lenken.
Eines Tages erhält Jung Won einen Brief. Er stammt von einer Frau, die er vor mehreren Jahren kannte und liebte. Aus Angst sie zu verletzen hat er sie damals einem anderen Mann überlassen. Nun liegt sie im Sterben und bittet ihn, sich um ihre Tochter Ji Woo (Park Han Byul) zu kümmern. Als Jung Won bei ihr ankommt, ist seine ehemalige Geliebte bereits tot. Nach einigem hin und her nimmt er Ji Woo, zunächst widerwillig, bei sich auf.
Die beiden verlieben sich ineinander und Jung Won findet einen Lebensmut, den er all die Jahre seines unsterblichen Daseins nicht kannte.

Kommentar:
"Freeze" ist eine vergleichsweise kurze koreanische Mini-Serie (ähnliche Formate haben in der Regel um die 16 Folgen). Die Stimmung ist sehr ruhig, oft kühl und melancholisch. Jung Won leidet an seinem Dasein und hat Ihwa scheinbar nicht verziehen ihn zu einer untoten Existenz verdammt zu haben. Da Sonnenlicht und Pflöcke diesen Vampiren nichts anhaben können, ist das besonders dramatisch, da er nicht einmal weiß wie er sich das Leben nehmen könnte um seinen Schmerz zu beenden. Jung Won ist eine derart schweigsame und leidende Figur, dass man ihn manchmal nur noch schütteln möchte, auch wenn man seine Verzweiflung durchaus nachvollziehen kann.
Die Serie hätte so eine völlig depressive Sache werden können, wäre da nicht Ji Woo. Sie sorgt mit ihrem Charme für die sonnigen und süßen Momente. Denn auch die gibt es und sie bilden einen recht starken Kontrast zu der übrigen Stimmung, sind aber leider nicht von langer Dauer.
Ihwa ist zum Glück auch nicht auf die Rolle der bösen Intrigantin beschränkt. Tatsächlich konnte ich sie sogar sehr gut verstehen und hatte sogar Mitleid mit ihr. Über Jahrhunderte lebt sie mit einem Mann, den sie liebt, der aber keine Gefühle für sie hat und in dessen Gesicht sie immer wieder lesen kann, dass sie Schuld an seinem Leiden ist. Sie ist es, die ihn ständig mit Blut versorgt, auch wenn er wieder so lange wartet bis er zusammenbricht.
Ansonsten tummeln sich noch einige merkwürdige Nebenfiguren, die von liebenswert (der Chef des Tattoostudios in dem Ji Woo arbeitet) bis ekelhaft (der Kommissar, der die Morde untersucht) die ganze Bandbreite abdecken.
Zu viel Vampirisches darf man nicht erwarten. Spitze Zähne gibt's nicht zu sehen und in einen Hals wird auch nicht gebissen. Dafür gibt es ziemlich oft Blut aus Weingläsern. Dass hier viele bekannte Vampirklischees nicht bedient werden finde ich sehr angenehm, weil die beiden Hauptfiguren dadurch realer wirken.

Mir hat "Freeze" gut gefallen, aber um mich in Begeisterung zu versetzen, fehlte ihr dann doch noch das entscheidende Etwas.
Alles in allem sehenswert, wenn man ruhige Vampirfilme wie "Die Weisheit der Krokodile" , die von der Stimmung und der Interaktion zwischen den Charakteren leben, den blutigen Horrorstreifen oder buntem Popcornkino vorzieht.

In deutscher Sprache gibt es "Freeze" gar nicht. Die einzige Möglichkeit die Serie käuflich zu erwerben ist eine koreanische Version mit englischen Untertiteln zu importieren (Ein Anbieter wäre z.B. www.yesasia.com).

Wertung:

rezensiert von Pandora



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